Grenzenlos?

Grenzenlos?

“Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf.”

(aus Afrika)

Kinder wurden vor Themen bewahrt, die sie emotional und psychisch überfordert hätten. An dieser Hierarchie gab es nichts zu rütteln. Und damit war auch eindeutig festgelegt, wer über die Inhalte der kindertauglichen Themen bestimmte.

Hinterfragt man heute, diese Erziehungsstrategie erhält man meist eine eindeutige Gegenfrage als Antwort: Strategie?

Gedankenvoll.

Vielleicht ist es genau dieser Begriff, der den Unterschied zwischen damals und heute am ehesten beschreibt.

Eine Strategie zu haben, bedeutet im Vorfeld das Für und Wider gegeneinander abzuwägen, um dadurch eine Vernunft- entscheidung treffen zu können. Und gerade das erleben wir heute so häufig in Familien.

Soll ich dem Kind ein Smart- phone an die Hand geben oder lieber nicht? Bin ich eher autoritär oder ist es nicht besser, gleich zu Beginn auf ein partnerschaftliches Verhältnis zu bauen, damit Sohn oder Tochter frühzeitig lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen?

Früher schien dies einfacher.

Fragliche Themen wurden von den Kindern ferngehalten. Gespräche über die Partner- schaft, Fragen über Krankheit und Tod nahestehender Ver- wandte, finanzielle Über- legungen, die die Familie betrafen und natürlich auch das Thema Sexualität wurden dann besprochen, wenn die Kinder im Bett waren. Man hielt sie von den Jüngsten fern. Intuitiv schien den Eltern damals klar zu sein, dass diese Themen für ihre Kinder eine Überforderung darstellen würden. Die positive Absicht dahinter: Die kindliche Un- beschwertheit sollte bewahrt werden.

Quelle: IPE Themen-Newsletter „Ausgabe 2018/06“ – Wilde Kinder

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