Die Antennen der Kinder

Die Antennen der Kinder

“Die Kinder sagen unzählige zarte Gefühle heraus, die die Erwachsenen auch haben, aber nicht sagen.”

(Jean Paul; 1763 – 1825)

Stehen wir also vor Situationen, die uns überfordern, so hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Sichtweise, die unsere Kinder von uns haben.

Machen wir uns nichts vor: Wir alle sind schon mal mit schwier- igen Umständen konfrontiert worden, in denen wir wohl dachten, dass wir sie nicht würden bewältigen können. Verzweiflung, Wut, Trauer, Ohnmacht also jede Form des negativen Gefühlserlebens, schwächt uns nicht nur in unserer Entscheidungs- und Handlungskompetenz, sondern beeinträchtigt auch unser soziales Umfeld.

Im Familienkontext kann bei dauerhaften Belastungen durchaus eine Form einer Gruppendynamik entstehen, die das Werteempfinden junger Menschen nachhaltig beeinträchtigt.

Zwischen den Stühlen.

Eltern wissen, dass Kinder äußerst feine Antennen für das Erfassen situativer Be- einträchtigungen haben und versuchen inzwischen leider oft, einer klarstellenden, vor allem aber rollengerechten Kommunikation aus dem Weg zu gehen. Man könnte auch sagen, dass in solchen Situationen vielfach das Aussitzen die Wahl des Mittels zu sein scheint.

Sie wollen das partnerschaftliche Verhältnis zu ihren Kindern nicht beeinträchtigen. Sie sollen mitentscheiden können. Nur ist der Gestaltungsrahmen weder definiert noch altersgerecht.

Die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern sind aufgeweicht, ohne zuvor genau abgesteckt worden zu sein.

Quelle: Quelle: IPE Themen-Newsletter „Ausgabe 2018/06“ – Wilde Kinder

 195 Ansichten gesamt,  13 heute